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Designfarben in PowerPoint

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Nicht-Designfarben in PowerPoint-Dateien finden mit Slidewise

Mein E-Book „Designfarben in PowerPoint“ hat ein Anwendertool erhalten! Jedenfalls kommt es mir so vor, denn das Add-in Slidewise kann neuerdings Farben in einer PowerPoint-Datei aufzuspüren, die keine Designfarben sind. Anwender*innen haben so die Möglichkeit, die Farben bei Bedarf nachträglich zu Designfarben zu machen. Mein E-Book liefert das nötige Hintergrundwissen dazu. Es passt alles perfekt!

Tatsächlich ist es natürlich reiner Zufall. Und es ist auch nicht die einzige nützliche Farbfunktion, die das Add-in in seiner neuesten Version mitbringt: Es gibt noch noch zwei weitere. Witzig und schön finde ich es trotzdem, wie sich Dinge ergänzen können, die nicht dazu bestimmt waren, sich zu ergänzen.

Slidewise verfügt mit der Version 2.0 also erstmals über Funktionen zum Verwalten von Farben. Bekannt ist das Add-in eigentlich für seine hilfreichen Dienste bei Problemen mit Schriften und großen Dateien. Es lernt also dazu und erweitert seinen Wirkungskreis. Das wiederum ist nicht neu, denn die Entwickler*innen von Neuxpower denken sich immer wieder neue Funktionen aus, über die sich PowerPoint-Anwender*innen freuen.

Die Farbfunktionen verbergen sich hinter dem Farbfächer im Icon-Menü:

Screenshot Slidewise: Icon-Menü mit markiertem Farbfächer-Icon

Alle Farben im Überblick

Ruft man die dazugehörige Seite innerhalb des Add-ins auf, kann man sich zunächst schrittweise einen Überblick über die Farben der geöffneten Datei verschaffen, indem man die Abschnitte des Strukturbaums aufklappt. Gelistet sind hier alle in der Datei enthaltenen Designfarben sowie alle verwendeten Farben, die keine Designfarben sind.

Sortiert sind die Farben nach Mastern. Dabei werden sowohl alle Folienmaster berücksichtigt als auch der Handzettelmaster (Handout Master) und der Notizenmaster (Notes Master). Mehrere Folienmaster lassen sich anhand ihrer Namen unterscheiden. Im folgenden Beispiel heißt der Folienmaster Vorträge:

Screenshot Slidewise: Seite Colors mit folgendem Strukturbaum: Oberste Ebene: Vorträge (mit einer 6 dahinter), Handout Master und Notes Master. Beim Abschnitt Vorträge werden außerdem die beiden Abschnitte der nächsten Ebene angezeigt: Theme colors und Non-theme Colors (mit einer 6 dahinter).

Innerhalb der Master wird weiter unterschieden nach Designfarben (Theme colors), Nicht-Designfarben (Non-theme colors) und – falls vorhanden – benutzerdefinierten Farben (Custom colors). Bei den Nicht-Designfarben wird jeweils die Anzahl der Farben angegeben.

Enthält eine Datei zuletzt verwendete Farben, so erscheint über den Mastern ein weiterer Abschnitt mit der Bezeichnung Recent colors.

Klappt man die genannten Abschnitte des Strukturbaums auf, erwarten einen Farbfelder und Farbwerte. Letztere werden standardmäßig im RGB-Format angegeben, das lässt sich aber in den Einstellungen des Add-ins ändern:

Screenshot der Einstellungen des Add-ins in der Menüleiste von PowerPoint. Markiert ist hier das angehakte Kontrollkästchen "Show Hex Colors".

Tipp: Relevante Änderungen bei den Farben registriert das Add-in erst dann, wenn Sie den (nach einer Änderung rot eingefärbten) Aktualisieren-Button neben dem Icon-Menü angeklickt oder die Datei gespeichert haben.

Screenshot Slidewise: das Icon-Menu, neben dem sich links ein roter Punkt mit einem runden Pfeil befindet. Der Punkt ist markiert

Was kann man nun konkret mit Slidewise machen? Welche drei Funktionen bietet der Bereich „Farben“?

Farbwerte kopieren leicht gemacht

Zunächst gibt es bei allen Farben ein Aufklappmenü, über das der jeweilige Farbwert im RGB- oder Hex-Format kopiert werden kann.

Screenshot Slidewise: Aufgeklappter Abschnitt Theme colors im Bereich "Vorträge". Die Zeile Accent1 ist farbig unterlegt und das Menü der Zeile geöffnet. Zu lesen ist hier der Text "Copy RGB" und "Copy Hex". Der Text ist hervorgehoben.

Man findet die Farbwerte zwar auch in PowerPoint, aber es braucht einige Klicks mehr und fühlt sich entsprechend umständlich an. Mit Slidewise wird das Kopieren leichter. Und man kann vor allem auch die Werte aller Designfarben auf einmal kopieren. Dafür öffnen Sie das Menü bei Theme Colors und klicken dort auf Copy Theme Color Details. Sie kopieren dann alle Farben jeweils mit RGB- und Hex-Farbwert.

Screenshot Slidewise: Aufgeklappter Abschnitt Theme colors im Bereich "Vorträge". Die Zeile Theme colors ist farbig unterlegt und das Menü der Zeile geöffnet. Zu lesen ist hier der Text "Copy Theme Color Details". Der Text ist hervorgehoben.

Fügt man den Inhalt der Zwischenablage anderswo ein, erhält man ein Textfeld, in dem die Farben übersichtlich in gesonderten Zeilen anordnet sind:

Screenshot der eingefügten Designfarbwerte, die in drei Spalten mit den Überschriften Color, RGB und Hex angeordnet sind.

Nicht-Designfarben finden

Die wichtigste der drei Farbfunktionen betrifft die Nicht-Designfarben und – soweit vorhanden – die benutzerdefinierten Farben, denn auch diese Farben sind keine Designfarben. Hier gibt das Add-in zusätzlich an, welches Folienobjekt auf welcher Folie mit der betreffenden Farbe eingefärbt wurde. Es markiert das Objekt sogar auf der Folie und führt Sie dorthin, wenn Sie einen Doppelklick auf die Objektzeile machen. So können Sie die Farbe bei Bedarf sofort über das Farbmenü in PowerPoint durch eine Designfarbe ersetzen.

Das Ziel ist, sicherzustellen, dass alle Farben bei einem Wechsel der Designfarbpalette ausgetauscht werden und kein Farbenchaos auf den Folien entsteht, weil manche Farben sich ändern und andere nicht. Einbezogen in den Wechsel sind stets nur die Designfarben.

Dazu ein Beispiel: Dem folgenden Screenshot lässt sich entnehmen, dass sich auf Folie 9 eine Freihandform befindet, die mit einer gelben Füllfarbe eingefärbt wurde, die keine Designfarbe ist.

Screenshot Slidewise: aufgeklappte Abschnitte Theme colors und Non-theme colors. Akzentfarbe 4 zeigt ein dunkles Gelb. Bei den Non-theme colors gibt es ein Gelb mit einem anderen Farbwert, das aber ganz ähnlich aussieht wie das Gelb bei der Akzent 4. Das Menü bei dieser Farbe ist aufgeklappt. Auf folgenden Ebene steht Shape fill und darunter Slide 9: Freihandform: Form 35.

Ein Doppelklick auf die Objektzeile führt direkt auf die Folie, auf der die betroffene Form markiert ist. Dort kann die Füllfarbe dann durch die Designfarbe Akzent 4 ersetzt werden, die einen ganz ähnlichen Farbton hat. Wahrscheinlich hat sich der abweichende Farbwert im Zuge der Folienbearbeitung eingeschlichen.

Doch auch wenn der Farbwert genau derselbe wäre wie bei Akzentfarbe 4, müsste die Designfarbe zugewiesen werden, denn nicht der Farbwert ist entscheidend, sondern der Umstand, ob eine Farbe eine Designfarbe ist oder nicht.

Im E-Book „Designfarben in PowerPoint“ erkläre ich das Farbsystem in PowerPoint ausführlich: Was hat es mit den verschiedenen Farbarten auf sich? Wann wird das mit dem Austausch der Farben überhaupt relevant? Wie finden Sie ohne Slidewise heraus, ob eine Farbe eine Designfarbe oder eine weitere Farbe ist? Und wann sollten Sie Nicht-Designfarben besser nicht zu Designfarben machen?

Zuletzt verwendete Farben löschen

Die dritte Farbfunktion betrifft die zuletzt verwendeten Farben. Diese erscheinen im Farbmenü von PowerPoint, wenn Sie Farben über den Farbdialog zuweisen. Wie die Farben funktionieren, erkläre ich ebenfalls in meinem E-Book. Slidewise bietet die Möglichkeit, die Farben per Knopfdruck aus dem Menü zu löschen.

Screenshot Slidewise: Aufgeklappter Abschnitt Recent colors mit drei Farbfeldern und Farbwerten. Die Zeile Recent colors ist farbig unterlegt und das Menü der Zeile geöffnet. Zu lesen ist hier der Text "Clear Recent Colors". Der Text ist hervorgehoben.

Tipp: Dieselbe Funktion bietet auch das kostenlose PowerPoint-Add-in BrightSlide (Link öffnet Website des Unternehmens Bright Carbon).

Slidewise ist ein PowerPoint-Add-in des britischen Unternehmens Neuxpower Solutions Ltd. Es ist als Abo erhältlich und kostet derzeit 72 Euro netto pro Jahr. Wer mag, kann das Add-in 30 Tage kostenlos testen. Weitere Infos finden Sie auf der Produktseite des Add-ins (Link öffnet Website von Neuxpower).

Autorin: Nicola Pridik